Die verfasste Bayerische Ärzteschaft und die Praxis der Medizin im Nationalsozialismus

Kooperationsprojekt der Arbeitsgruppe „NS Fürsorge und Psychiatrie“

Prof. Dr. Michael von Cranach, Dr. Anette Eberle, PD Dr. Gerrit Hohendorf und des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München; bezuschusst von der Bayrischen Landesärztekammer

Zeitraum: 1.7.2011–31.6.2012
Bearbeiterin: Dr. Annette Eberle (Werkvertrag)


Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Verbindungslinien zwischen der verfassten Bayerischen Ärzteschaft und der Praxis der Medizin im Nationalsozialismus, insbesondere der rassenhygenischen und rassistischen Ausrichtung der Medizin, der Zwangssterilisation und der nationalsozialistischen Krankenmorde. Der Schwerpunkt der Recherche soll in München und Oberbayern liegen. Im Einzelnen sollen folgende Punkte bearbeitet werden:

  1. Recherche der organisatorischen Verbindungslinien zwischen Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung in Bayern auf der einen Seite und den Gauämtern für Volksgesundheit, den rassenpolitischen Ämtern, der Gesundheitsabteilung des Bayerischen Innenministeriums, dem Landesfürsorgeverband Oberbayern, den Gesundheitsämtern und Erbgesundheitsgerichten auf der anderen Seite.
  2. Recherche persönlicher und institutioneller Verstrickung von bayerischen Ärzten in eine verbrecherische medizinische Praxis anhand von einzelnen Beispielen.
  3. Portraits von aus politischen und rassistischen Gründen verfolgten Ärzten aus Bayern.
  4. Recherche der Opfer der nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik anhand von einzelnen Beispielen.
  5. Untersuchung der Aufarbeitung der Medizin im Nationalsozialismus und der Verantwortung der Bayerischen Ärzteschaft im Umgang damit nach 1945.