Digitales Wartezimmer - Corona Hackathon #WirvsVirus

 

#WirVsVirus: Hackathon der Bundesregierung im Kampf gegen Covid-19

Vom 20. Bis 22. März 2020 fand auf Initiative der Bundesregierung der #WirvsVirus-Hackathon statt. Der Hackathon ist die bisher umfangreichste gesamtgesellschaftliche Aktion Deutschlands im Kampf gegen Covid-19. #WirvsVirus ist eine gemeinsame Veranstaltung von Bundesregierung, Tech4Germany, Code for Germany, Initiative D21, Impact Hub Berlin, ProjectTogether, Prototype Fund und SEND e.V.. Darüber hinaus unterstützen das Bundeskanzleramt und der Digitalrat das Projekt. Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzleramtsminister Prof. Dr. Helge Braun entwickelten mehr als 27.000 engagierte Freiwillige innerhalb von 48 Stunden über 1.500 digitale Projekte, aus denen von einer Jury 20 Projekte ausgewählt wurden, die weiterhin gefördert werden und praktisch umgesetzt werden sollen. Theresa Willem, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TUM ist Projektmanagerin eines der Siegerprojekte, dem „Digitalen Wartezimmer“.

Das „Digitale Wartezimmer“ kümmert sich um ein entscheidendes Problem im Rahmen der Corona-Pandemie: Bis eine Impfung für die breite Bevölkerung zur Verfügung steht, können noch Monate vielleicht sogar Jahre vergehen. In der Zwischenzeit gilt es, Abstand zu wahren, Hygienemaßnahmen zu befolgen und im Fall eines Infektionsverdachts die Behörden und Kontaktpersonen schnellstmöglich zu informieren. Besonders letzteres ist in vielen Fällen jedoch ein Problem. Es gibt derzeit keine zentrale Anlaufstelle, an die sich Betroffene wenden können und viele Menschen wissen im ersten Moment nicht, welche Schritte unternommen werden müssen, wenn sie erste Symptome aufweisen. Das führt zu Unsicherheiten in der Bevölkerung und ist mitunter ein Grund warum viele Menschen nicht oder erst sehr spät getestet werden können. Gleichzeitig stoßen Behörden und Test-Einrichtungen immer stärker an ihre Kapazitätsgrenzen.

Das „Digitale Wartezimmer“ hat das Ziel, den Meldeprozess rund um einen Infektionsverdacht zu vereinfachen, zu digitalisieren und zu vereinheitlichen. “Die Plattform soll eine zentrale Anlaufstelle für COVID-19-Betroffene mit Infektionsverdacht sein und sie auf ihrem persönlichen Weg begleiten – vom Verdachtsfall, über Tests und Quarantäne bis hin zur Genesung”, erklärt Theresa Willem. Sie hat sich im Zuge des #WirvsVirus Hackathon als freiwillige Mentorin gemeldet und das Handlungsfeld “Testprozesse” mit ihrer Digital Health Expertise unterstützt. Nach dem Hackathon-Wochenende bleibt sie weiter dran und übernahm das Management des Projekts. “Wir wollen durch den schnellen und einheitlichen Zugang zu individuell aufbereiteten Informationen systemkritische Ressourcen entlasten und dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu senken.”

Um das Projekt schnell voranzutreiben und zeitnah einen Mehrwert bieten zu können, setzt das „Digitale Wartezimmer“ auf Kollaboration. Statt alle digitalen Angebote selbst zu entwickeln, sollen bestehende Lösungen auf der Plattform integriert und in eine logische Handlungsreihenfolge gebracht werden. Die Plattform dient als Knotenpunkt für die integrierte Betreuung von COVID-19 Betroffenen und soll diese leicht, verständlich und kontextbezogen durch die einzelnen Versorgungsphasen führen. Hierbei werden bestehende Angebote auf die persönliche Situation des Betroffenen zugeschnitten, an den Schnittstellen um individuelle Elemente ergänzt und zu verständlich aufbereiteten Handlungsempfehlungen aggregiert. Zudem sollen entlang des gesamten Betreuungspfades Kontaktpunkte zu verbundenen Angeboten, wie beispielsweise dem jeweiligen Gesundheitsamt gesetzt werden.

Die Website ist bereits online und derzeit führt das Team Gespräche mit Betroffenen, um die Patient Journey zu optimieren. Außerdem herrscht reger Austausch mit Förderpartnern im Zuge des Solution Enabler Programms sowie künftigen Partnerprojekten. Auch an einer entsprechenden Finanzierung wird aktuell gearbeitet.

 

 

Bilder: Theresa Willem.