Forschungsverbund ForGenderCare

      

Gender und Care. Dynamiken von Fürsorge im Kontext von Institutionen, Praxen, Technik und Medien in Bayern

Sprecherinnen: Prof. Dr. Paula-Irene Villa (LMU) und Prof. Barbara Thiessen, HAW Landshut

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Teilprojekt 2: Die Sorge um die Fürsorge: bis zum Ende über sich verfügen… Vorstellungen von Autonomie, Verantwortung und Vulnerabilität

  • ProjektleiterInnen: Mariacarla Gadebusch Bondio (Geschichte und Ethik der Medizin, TUM) und Susanne Kinnebrock (Kommunikationswissenschaft / Öffentliche Kommunikation, Universität Augsburg) (Beginn 07/2015, Dauer 4 Jahre)
  • Wissenschaftliche Mitarbeiter: Rico Krieger M.A. (München), Manuel Menke M.A. (Augsburg)
     
  • Abstract: Dem Projekt liegt die Hypothese zugrunde, dass Autonomie-, Verletzlichkeit-  Pflegebedürftigkeit-  und Abhängigkeitsvorstellungen (und damit verbunden die Möglichkeiten der antizipatorischen Vorbestimmung für das Ende des Lebens) geschlechtsspezifisch wahrgenommen und umgesetzt werden, wobei noch auszuloten ist, wie hier Geschlecht, Alter und Religiosität interagieren. Weiterhin geht das Projekt davon aus, dass der Care-Diskurs im lebensweltlichen Kontext (d.h. in der Familie, in informellen Encounter-Öffentlichkeiten und in zivilgesellschaftlich getragenen, semi-öffentlichen Arenen) stärker auf Vulnerabilität, wechselseitige Abhängigkeiten, aber auch gegenseitige Verantwortung abstellt, d.h. Elemente der Care-Ethik integriert, während die massenmediale Berichterstattung entsprechend gängiger Medienlogiken Selbstbestimmung und Autonomie ins Zentrum stellt und in Patientenverfügungen v.a. Instrumente zur Vermeidung von Situationen der Pflegebedürftigkeit sieht. Am Beispiel der Debatte um Patientenverfügungen werden Argumentationsmuster identifiziert und verglichen, wie sie in der medizinethischen Fachliteratur, in der Beratungsliteratur zu Patientenverfügungen, unter professionellen Berater_innen (Haus- und Klinikärzt_innen, Jurist_innen, Sozialarbeiter_innen) in zivilgesellschaftlichen Internetforen sowie in der Bevölkerung vorkommen. Dabei wird analysiert, inwieweit die Argumentationsmuster in diesen unterschiedlichen Foren mit Geschlechtervorstellungen und konfessionellen Prägungen interagieren. Das Wissen um differente Argumentationsweisen, aber auch deren Zusammenspiel, eröffnet nicht nur neue Forschungsperspektiven, sondern kann bei der Optimierung von Aufklärungskampagnen und Beratungsleistungen in der Praxis Anwendung finden.

Forschungsposter

Krieger, Rico/ Menke, Manuel/ Kinnebrock, Susanne/ Gadebusch Bondio, Mariacarla: "Caring about care - Up until the end of life... Gender specific ideas about autonomy, responsibility, and vulnerability", Posterbeitrag für die 5th International Conference on Advance Care Planning and End of Life Care, 9.-12.09.2015, München, Deutschland. Download