Gedenkbuch und Rechercheprojekt Die Münchner „Euthanasie”-Opfer

Kooperationsprojekt zwischen der Arbeitsgruppe ‚Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus in München‘ (Prof. Dr. Michael von Cranach, Dr. Anette Eberle, PD Dr. Gerrit Hohendorf) und dem NS Dokumentationszentrum München

Bearbeiterin: Dr. Sibylle von Tiedemann (Werkvertrag mit dem NS-Dokumentationszentrum)
Laufzeit: 15.04.2011 bis 31.07.2013


Das Gedenkbuch für die Münchner „Euthanasie”-Opfer soll an diejenigen (psychisch) kranken und hilfsbedürftigen Münchner Bürger und Bürgerinnen erinnern, die in den Jahren 1939 bis 1945 als „lebensunwertes Leben” in den Heil- und Pflegeanstalten zur Tötung selektiert worden sind. Sie wurden mit Kohlenmonoxydgas, mit überdosierten Medikamenten, durch Vernachlässigung und gezielten Nahrungsmittelentzug ermordet. Zentraler Ort der Selektion, der Deportation und zum Teil auch der Tötung war die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar. Mithilfe der Aufnahme- und Entlassbücher, der Sterbebücher und der erhaltenen Krankenakten lässt sich das Schicksal der Münchner Psychiatriepatienten im Nationalsozialismus rekonstruieren. Dabei wird nicht nur die Zahl der ermordeten Münchner Bürger und Bürgerinnen festgestellt, sondern es werden auch ihre Namen verzeichnet. Mit dem geplanten Gedenkbuch soll für die (Stadt-)Öffentlichkeit sichtbar an diese oft vergessene Opfergruppe der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert werden. Darüber hinaus sollen individuelle Lebensgeschichten und eine kollektive Biografie den ermordeten Menschen in der Geschichte und im Gedächtnis der Stadt München einen Ort erhalten.