Institut

Das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin befasst sich in Forschung und Lehre mit den geschichtlichen und kulturellen Dimensionen der Medizin. In der Medizinethik stehen vor allem Fragen verantwortlicher Entwicklung und Einführung neuer biomedizinischer Technologien im Vordergrund. Weitere Schwerpunkte sind neue Solidaritätskonzepte in der Medizin sowie Neuroethik, Forschungsethik und Public-Health-Ethik. Forschungsaktivitäten in der Geschichte der Medizin sind der historischen Perspektivierung kulturell und gesellschaftlich relevanter Fragestellungen in der Medizin verpflichtet. Dazu gehören beispielsweise die Problematik der Grenzen des medizinisch und technisch Machbaren, der Umgang mit Norm und Abweichung im wissenschaftlichen Diskurs und in der medizinischen Praxis, insbesondere der Psychiatrie. Schwerpunktmäßig widmet sich das Institut Forschungsfragen zu den Voraussetzungen, der Dynamik und den Nachwirkungen der Medizinverbrechen im Nationalsozialismus und ist aktiv an der Gestaltung einer diesbezüglichen Erinnerungskultur beteiligt.


Aktuelles

 

Professorin Alena Buyx präsentiert Stellungnahme des Ethikrates zu Keimbahneingriffen bei Parlamentarischem Abend

Im Rahmen des 9. Parlamentarischen Abend präsentierte Professor Alena Buyx vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München (TUM) die Stellungnahme zu Keimbahneingriffen vor dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble und weiteren Abgeordneten. gemeinsam mit dem Vorsitzenden Peter Dabrock und anderen Mitgliedern des Deutschen Ethikrates Im Anschluss an die offizielle Übergabe des Jahresberichts 2018 des Ethikrates zu Beginn der Veranstaltung, folgte eine rege Diskussion zu den einzelnen, aktuellen Arbeitsthemen des Ethikrates. Neben den Eingriffen in die menschliche Keimbahn waren dies ethische Aspekte einer Impfpflicht, ‚wohltätiger‘ Zwang und die Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen. Zur Stellungahme ‚Keimbahn‘ geht es hier.

 

  

Bilder: Deutscher Ethikrat/Reiner Zensen

 


Neuer Artikel erschienen zu der möglichen Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Kindern durch transkranielle Gleichstrom-Stimulation (tDCS)

Stimulation als zusätzliche Option zur medikamentösen Behandlung bei Kindern mit ADHS? Ist das ethisch zu verantworten? Diesen Fragen geht das gerade in der Zeitschrift Frontiers in Psychiatry veröffentlichte Paper „Unmet Needs in Children With Attention Deficit Hyperactivity Disorder“ nach. Zu den Autoren zählt neben der internationalen Forschergruppe um Anna Sierawska von der Christian-Albrechts-University Kiel auch Professor Alena Buyx von der Technischen Universität München (TUM).

In Bezug auf ADHS besteht ein großer Bedarf an zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten. Die Behandlung mit Medikamenten wird von den Patienten häufig wegen unerwünschter Effekte oder unzureichender Verbesserung der Symptome abgebrochen und die mit der Krankheit einhergehenden kognitiven Beeinträchtigungen werden mithilfe der Medikamente oft nur unzureichend erfasst. Das betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, bei denen die Krankheit am häufigsten diagnostiziert wird. Eine vielversprechende Behandlungsoption ist aufgrund ihrer relativ einfachen Anwendung, ihrer etablierten Sicherheit und den niedrigen Kosten die tDCS. Um diese Methode in den klinischen Alltag integrieren zu können fehlt es an Forschung zu ihrer Wirksamkeit und insbesondere zu ihrem Einsatz bei Kindern.

In dem neuen Artikel werden ethische Fragen im Zusammenhang mit der Forschung über tDCS und ihren möglichen therapeutischen Einsatz bei Kindern und Jugendlichen identifiziert und diskutiert. Dazu gehören die Aspekte Sicherheit, Nutzen-Risiko-Verhältnis, Information und Zustimmung, Kennzeichnungsprobleme und nichtmedizinische Verwendung. Außerdem liefern die Autoren eine Liste konkreter Handlungsempfehlungen für eine ethisch einwandfreie Forschung über tDCS bei pädiatrischer ADHS.

 


Der Ethikrat bezieht Stellung zu möglichen Eingriffen in die menschliche Keimbahn

Am 9. Mai veröffentlichte der Deutsche Ethikrat eine ausführliche Stellungnahme zu der Möglichkeit in das Genom menschlicher Embryonen oder Keimzellen einzugreifen. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Alena Buyx von der Technischen Universität München (TUM) legte eine umfassende, ethische Analyse der technologischen Möglichkeiten vor und kam zu dem Schluss: Keimbahneingriffe sind derzeit noch zu risikoreich, aber ethisch nicht grundsätzlich auszuschließen.

Die menschliche Keimbahn hält der Ethikrat nicht prinzipiell für unantastbar. Zum jetzigen Zeitpunkt aber seien alle Eingriffe mit dem Ziel geborene Menschen zu schaffen, ethisch unverantwortlich. Er fordert deshalb ein Anwendungsmoratorium und empfiehlt Bundesregierung und Bundestag sich diesbezüglich für verbindliche internationale Vereinbarungen einzusetzen. Wissenschaftler wie der Chinese He Jiankui, der im November 2018 die Geburt, der von ihm genetisch veränderten Zwillingsmädchen verkündete, bewegten sich dann zukünftig außerhalb der akzeptierten Standards.

Die Stellungnahme wurde von Prof. Peter Dabrock (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Prof. Alena Buyx (TUM) und Prof. Andreas Lob-Hüdepohl (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin) im Rahmen der Bundespressekonferenz präsentiert. Unter anderem berichteten ARD, ZDF und FAZ.

Bild: Deutscher Ethikrat/Reiner Zensen

 


Neuer Artikel veröffentlicht zu den ethischen Implikationen der Anwendung von Künstlicher Intelligenz in Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie

Können Roboter gute Psychotherapeuten sein? Der wissenschaftliche Fachaufsatz „Your Robot Therapist will see you now“ von Dr. Amelia Fiske, Prof. Peter Henningsen und Prof. Alena Buyx befasst sich mit den ethischen und sozialen Auswirkungen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der psychischen Gesundheitsfürsorge.

Mit dem Journal of Medical Internet Research ist der Aufsatz in einer der führenden Zeitschriften für e-Health und Digitale Medizin erschienen. Neben der ausführlichen Analyse der therapeutischen Anwendung Künstlicher Intelligenz, liefern die Autoren auch konkrete Handlungsanweisungen für die Praxis. Obwohl es sich bei der psychischen Gesundheitsfürsorge um einen vielversprechenden Anwendungsbereich für Künstliche Intelligenz handele, bestehe noch ein großer Bedarf an konkreten Richtlinien für die Praxis.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Bild: iStock

 


Impfpflicht in Deutschland? Professorin Alena Buyx im Gespräch mit ARD-alpha

In einem ausführlichen Interview für die Sendung alpha-demokratie mit Mirjam Kottmann, Moderatorin von ARD-alpha, bezieht Alena Buyx von der Technischen Universität München (TUM) Stellung zu der möglichen Einführung einer Impfpflicht in Deutschland. In der Sendung vom 9. Mai 2019 (19:30-20:00 Uhr) wird der ethische Konflikt zwischen den Vorteilen einer Impfpflicht und dem Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit des Einzelnen diskutiert.

Als Mitglied des Ethikrats und Mitglied einer Arbeitsgruppe zu Impfungen vertritt Alena Buyx eine vermittelnde Position. Sie spricht sich für ein Maßnahmenbündel aus, indem verpflichtende Elemente für bestimmte Berufs- und Bevölkerungsgruppen eingebettet werden in weichere Maßnahmen wie bessere Aufklärungskampagnen, die Einführung eines Impfregisters und Impftage in Schulen und Kindertagesstätten. Es sei vor allem wichtig, Impfhürden abzubauen und für die breite Bevölkerung einen möglichst einfachen Zugang zu Impfungen zu schaffen. Am erfolgversprechensten hält sie hierbei die Mitarbeit der niedergelassenen Ärzte, die noch regelmäßiger Impfpässe kontrollieren und an ausstehende Impfungen erinnern sollten. Insgesamt betont die Professorin für Medizinethik, dass es sich bei Impfungen um die „sichersten und am besten überprüften Medikamente“ handelt, die der Menschheit im Kampf gegen Infektionskrankheiten zur Verfügung stehen.

Das Expertengespräch wird zusätzlich am 27. Mai ab 20:15 Uhr als Teil des Themenabends „Impfen“ in ARD-alpha ausgestrahlt.

Bild: BR

 


GESIOP-Abschlusskongress in Berlin

Am 16. Mai 2019 fand unter dem Motto „Gesund und Fair – Gute Arbeit in der globalisierten Welt hilft Unternehmen, Beschäftigten, Kunden und Partnern“ die Abschlussveranstaltung des GESIOP-Projektes im Abion-Hotel in Berlin statt. GESIOP steht dabei für Gesundheitsmanagement aus inter-organisationaler Perspektive. Dabei handelt es sich um ein Verbundprojekt der TUM (CAU), Universität Hamburg, Baur Gruppe, HHLA und tegut. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Als Vertreterin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin und Projektmitarbeiterin nimmt Eva Kuhn an der Veranstaltung teil.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

 

 

 


Call for papers - Deadline: Mai 7, 2019

BMBF-Klausurwoche für NachwuchswissenschaftlerInnen: Neue ethische Herausforderungen in der datenreichen Forschungsmedizin - ein Ländervergleich von Einwilligungsformen in UK, Österreich, Deutschland
Winter School for ECRs on ethics in data-rich medicine: New ethical challenges in data-rich biomedical research - a country comparison of consent in UK, Austria and Germany

Date: October 16-20, 2019
Venue: Munich
Organisers: Prof. Dr. med. Alena Buyx, Gesine Richter MA, MBA
Institute for History and Ethics of Medicine, Technical Unversity of Munich, Ismaninger Str. 22, 81675 Munich, Germany

The number of participants is limited to 15. Conference language is English. Costs for travel and accommodation will be covered. In addition, all participants will receive a stipend (€ 300) conditional upon delivery of a manuscript suitable for publication in the planned anthology/special issue. ERCs from Germany, Austria and the UK are invited to submit an abstract in English (max 500 words) as well as a short academic CV exclusively in electronic form (PDF) by e-mail until May 7, 2019 to adina.von-malm@tum.de (re: Winter School/Klausurwoche).

For more information, please click here.

Die Anzahl der Teilnehmerplätze ist auf 15 begrenzt. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Kosten für Reise und Unterkunft werden übernommen. Darüber hinaus erhalten alle ausgewählten Teilnehmenden eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 €, sofern sie einen Beitrag für den im Anschluss veröffentlichten Sammelband einreichen.
Interessierte Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland, Österreich und Großbritannien können ein wissenschaftliches Abstract auf Englisch (max. 500 Wörter) sowie einen kurzen CV ausschließlich in elektronischer Form (PDF) per E-Mail bis 07. Mai 2019 senden an adina.von-malm@tum.de (re: Winter School/Klausurwoche).

Nähere Informationen finden Sie hier.

Bild: iStock/metamorworks

 


▼ GTE-Wahlpflichtfach im SoSe 2019

Thema: Die Darstellungen von Behinderungen im Medium von Literatur und Malerei

Dozenten:
Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt
Prof. Dr. Gerrit Hohendorf

Nähere Informationen finden Sie hier.

Buchung für Studierende der TUM über mediTUM. Anfragen einer Teilnahme als Gast an: adina.von-malm@tum.de

 


▼ Weltgesundheitsorganisation (WHO): Prof. Dr. med. Alena Buyx in Komitee der WHO zu Genome Editing aufgenommen

Wir freuen uns über die Aufnahme von Frau Prof. Dr. Alena M. Buyx in das WHO Expert Advisory Committee on Developing Global Standards for Governance and Oversight of Human Genome Editing, die auf Vorschlag des Bundesministeriums für Gesundheit erfolgte.

Das Komitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die wissenschaftlichen, ethischen, sozialen und rechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der sogenannten Genom-Editierung, den Eingriffen am menschlichen Erbgut, untersuchen.

Das Ziel ist zu beraten und geeignete Steuerungsinstrumente für Genome Editing zu empfehlen.

Bild: © Klaus Ranger

 


▼ Gedenken an die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde am 18. und 21. Januar 2019 in München und Haar (bei München).

Am 18. Januar 1940 fand der erste Transport von Patienten in eine Tötungsanstalt im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktion T4 statt: 25 Männer aus der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar wurden nach Grafeneck auf der schwäbischen Alb deportiert. Aus diesem Grunde erinnern am 18. Januar 2019 verschiedene Gruppen und Initiativen in München, unter anderem die „Arbeitsgruppe Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus in München“, das kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost, das NS-Dokumentationszentrum München, die Gedenkinitiative „Euthanasie“-Opfer in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TUM an die mindestens 2026 Münchner Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde. Die Namen der ermordeten Menschen werden in einer Kunstinstallation am NS-Dokumentationszentrum München und am kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost projiziert, es werden drei Erinnerungszeichen für „Euthanasie“-Opfer enthüllt und am Abend findet eine Vortrags- und Gedenkveranstaltung im kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost statt.  
 
Weitere Informationen finden Sie hier.
 
 
 
 

 

Archiv: Meldungen aus 20182017201620152014