Institut

Bild: Daniel Delang

 

Das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin befasst sich in Forschung und Lehre mit den ethischen, geschichtlichen und kulturellen Dimensionen der Medizin. In der Medizinethik stehen vor allem Fragen verantwortlicher Entwicklung und Einführung neuer biomedizinischer Technologien im Vordergrund. Weitere Schwerpunkte sind neue Solidaritätskonzepte in der Medizin sowie Neuroethik, Forschungsethik und Public-Health-Ethik. Forschungsaktivitäten in der Geschichte der Medizin sind der historischen Perspektivierung kulturell und gesellschaftlich relevanter Fragestellungen in der Medizin verpflichtet. Dazu gehören beispielsweise die Problematik der Grenzen des medizinisch und technisch Machbaren, der Umgang mit Norm und Abweichung im wissenschaftlichen Diskurs und in der medizinischen Praxis, insbesondere der Psychiatrie. Schwerpunktmäßig widmet sich das Institut Forschungsfragen zu den Voraussetzungen, der Dynamik und den Nachwirkungen der Medizinverbrechen im Nationalsozialismus und ist aktiv an der Gestaltung einer diesbezüglichen Erinnerungskultur beteiligt.


Aktuelles

 

Das Europäische Forum Alpbach 2019: Professor Alena Buyx diskutierte mit anderen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zum Thema "Freiheit und Sicherheit" in der Gesundheitsversorgung

 

Zweieinhalb Tage lang diskutierte Professor Alena Buyx (TUM) beim Europäischen Forum Alpbach mit anderen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie Studierenden aktuelle Fragen rund um das diesjährige Motto "Freiheit und Sicherheit" in der Gesundheitsversorgung. Dabei stand sie auch den Medien Rede und Antwort zu Themen wie dem Einsatz selbstlernender Systeme in der Diagnostik, von Apps in der Psychotherapie und dem Vergleich verschiedener nationaler Gesundheitssysteme. Weiterlesen.

 

Bild: Hellin Kankowski und Daniel Novotny/Die Presse

 


Wie können die Risiken öffentlicher Gesundheitsprogramme ethisch sinnvoll bewertet werden? – Neuer Artikel in Bioethics erschienen

In ihrem gerade erschienen Artikel „Evaluating the risks of public health programs: Rational antibiotic use and antimicrobial resistance“ in Bioethics liefern die Autoren Prof. Dr. Annette Rid (National Institutes of Health, Bethesda, MD, USA), Dr. Jasper Littmann (Norwegian Institute of Public Health, Oslo, Norway) und Prof. Dr. Alena Buyx (Technische Universität München) Handlungsvorschläge, wie die Risiken von Programmen zur öffentlichen Gesundheit bewertet werden können, die die besten klinischen Interessen gegenwärtiger Patienten zum Nutzen anderer gefährden. Weiterlesen.

Bild: iStock

 


Neuer Artikel erschienen zu Ratings und Kommentaren auf schweizerischen Ärztebewertungsplattformen

Dr. Stuart McLennan, Mitarbeiter des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin beschäftigt sich ein seinem neu im Journal of Medical Internet Research erschienen Artikel „Quantitative Ratings and Narrative Comments on Swiss Physician Rating Websites: Frequency Analysis“ mit der Häufigkeit von Ratings und Kommentaren auf schweizerischen Ärztebewertungsplattformen. Weiterlesen.

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Neue Formen des Schadensausgleichs in Big Data-Forschung und Praxis (Medical Law Review, open access)

In dem interdisziplinären Artikel „Big Data Governance Needs More Collective Responsibility: The Role of Harm Mitigation in the Governance of Data Use in Medicine and Beyond“ setzen sich die drei Autorinnen, die Juristin Prof. Dr. Aisling McMahon (Maynooth University, IE), die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Prainsack (Universität Wien und King’s College London, UK) und die Medizinethikerin Prof. Dr. Alena Buyx (Technische Universität München) mit den Schäden durch immer komplexere Formen der Big-Data-Nutzung für den Einzelnen und die Möglichkeiten ihrer Begrenzung auseinander. Weiterlesen.

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Prof. Dr. Alena Buyx gibt Entwarnung in Bezug auf die Forschung zu Mensch-Tier-Mischwesen in Japan

Die Grenze zwischen Mensch und Tier sei durch die Forschung des japanischen Stammzellforschers Hiromitsu Nakauchi nicht in Gefahr beruhigt Prof. Dr. Alena Buyx, Professorin für Medizinethik an der Technischen Universität München (TUM) und Mitglied im Deutschen Ethikrat. Weiterlesen

 


Eine neue Agenda für die Citizen Science - neuer Artikel im Journal of Medical Ethics erschienen

In ihrem Artikel "Meeting the needs of underserved populations: setting the agenda for more inclusive citizen science of medicine", erschienen im Journal of Medical Ethics sprechen sich die drei Autorinnen Dr. Amelia Fiske (Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Technische Universität München, TUM und Institut für Anthropoloie, University of North Carolina at Chapel Hill, USA), Prof. Dr. Barbara Prainsack (Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien und Institut für Global Health & Social Medicine, King’s College London, UK) und Prof. Dr. Alena Buyx (Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, TUM) für eine neue Agenda für die Citizen Science aus. Sie propagieren darin insbesondere breitere Zugangsmöglichkeiten auch für ressourcenärmere Bevölkerungsgruppen und solche, die sich außerhalb von traditionellen Netzwerken von Gesundheitsdiensten befinden oder Angehörige von Minderheiten und marginalisierten Gruppen sind. Zwecks einer effizienteren Anwendung von Citizen Science zur Verbesserung des Gemeinwohls und möglicherweise sogar zu einer besseren und gerechteren Gesundheitsversorgung schlagen die Autorinnen eine Reihe von relevanten Gesichtspunkten für Forscher, Praktiker, Bioethiker, Geldgeber und Teilnehmer vor, die ethischen Praktiken bürgergeführter Gesundheitsinitiativen zu fördern und tiefgreifende Unterschiede in Position, Privileg und Macht in der Forschung anzugehen. Der Artikel wurde von der EU-geförderten Initiative zur Verbreitung verantwortlicher Forschungsinnovationen RRI Tools (Responsible Research & Innovation Tools) aufgenommen.

Bild: iStock

 


Podcast-Interview mit Prof. Dr. Alena Buyx zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin

Prof. Dr. Alena Buyx stand der Techniker Krankenkasse Bayern in einem Podcast-Interview Rede und Antwort zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin. In einem rund halbstündigen Gespräch mit Kathrin Heydebreck (TK) diskutiert sie Fragen wie ein politisch kontrollierter Umgang mit Algorithmen aussehen könnte, wie ganz konkrete KI-Anwendungen, beispielsweise Apps für psychisch Erkrankte, erfolgreich eingesetzt werden könnten und wie andere Länder mit dem Thema umgehen.

 


BMBF-Klausurwoche für NachwuchswissenschaftlerInnen „Neue ethische Herausforderungen in der datenreichen Forschungsmedizin“ – Programm online/Winter School for ECRs on ethics in data-rich medicine: New ethical challenges in data-rich biomedical research“ – the program is online

Vom 16. Bis 20. Oktober 2019 findet am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München (TUM) die BMBF-Klausurwoche zum Thema „Neue ethische Herausforderungen in der datenreichen Forschungsmedizin - ein Ländervergleich von Einwilligungsformen in UK, Österreich, Deutschland“ statt. Rund 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler tauschen sich eine Woche lang gemeinsam mit nationalen und internationalen Experten zu ethischen, rechtlichen und sozialen Herausforderung bei der Zustimmung zur primären und sekundären Nutzung von immer größeren Patientendatensätzen für die biomedizinische Forschung aus. Am Donnerstag hält Prof. Dr. rer. Nat. Michael Krawczak, Mitbegründer der Biobank popgen und Direktor des Instituts für Medizinische Informatik und Statistik an der Uni Kiel auf einer öffentlichen Abendveranstaltung im Rahmen der Klausurwoche einen Vortrag zum Thema „Secondary Data Use for Research: Consent or Data Donation?”

Das Programm zur Klausurwoche finden Sie hier.

 

From 16 to 20 October 2019, the Winter School on "New ethical challenges in data-rich research medicine - a country comparison of consent forms in the UK, Austria and Germany" will take place at the Institute for History and Ethics of Medicine at the Technical University of Munich (TUM). For one week, around 15 early career researchers will exchange views with national and international experts on the ethical, legal and social challenges involved in approving the primary and secondary use of ever larger patient records for biomedical research. On Thursday, Prof. Dr. rer. Nat. Michael Krawczak, co-founder of the biobank Popgen and Director of the Institute for Medical Informatics and Statistics at the University of Kiel, will give a lecture on "Secondary Data Use for Research: Consent or Data Donation?" at a public evening event as part of the retreat.

You can find the program of the winter school here.

Bild: iStock/metamorworks

 


Prof. Dr. Alena Buyx verurteilt die geplanten Keimbahneingriffe des russischen Genetikers Denis Rebrikov

Im Gespräch mit verschiedenen Medien (frei erhältlich die Badische Zeitung und der Tagesanzeiger) bezeichnet Prof. Dr. Alena Buyx, Professorin für Medizinethik an der Technischen Universität München (TUM) und Sprecherin der AG zu Keimbahneingriffen des Deutschen Ethikrats, die Ankündigung des russischen Genetikers Denis Rebrikov die Embryonen von fünf gehörlosen Paaren genetisch zu verändern als unverantwortlich. Sie spricht sich nicht generell gegen Keimbahneingriffe aus, aber erste Versuche sollten nicht an zukünftigen Kindern erfolgen, die auch mit der genetischen Mutation ein relativ normales Leben führen könnten, und für die es zudem etablierte Behandlungsmöglichkeiten gibt. Diese Ansicht deckt sich mit einer Stellungnahme des Deutschen Ethikrats von Mai 2019, in der für ein Moratorium für klinische Anwendungen plädiert wird, tiefergehende Forschungskenntnisse sowie internationale Standards. Auf diese Weise sollte die Technik zukünftig sicher genug für klinische Anwendungen sein.

 


Jahrestagung des Deutschen Ethikrats zum Thema „Pflege – Roboter – Ethik. Ethische Herausforderungen der Technisierung der Pflege“

Am 26. Juni 2019 fand die Jahrestagung des Deutschen Ethikrats in Berlin statt. Das Thema waren ethische Herausforderungen rund um den Einsatz von Technologien, insbesondere Robotik, in der Krankenpflege. Prof. Dr. Alena Buyx vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München (TUM), Mitglied des Deutschen Ethikrats, war Teil der vorbereitenden Arbeitsgruppe der Tagung.

Nach einer Begrüßungsrede von Prof. Dr. Peter Dabrock, dem Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, hielten Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin (TUM), Prof. Dr. Elisabeth André (Universität Augsburg) und Prof. Dr. Aimee van Wynsberghe (Technische Universität Delft) jeweils Einführungsvorträge zu verschiedenen Aspekten des Einsatzes von Robotik in der Pflege. Es folgte eine rege Diskussion unter der Moderation von Ethikratsmitglied Prof. Dr. Judith Simon. Anschließend diskutierten die verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Informatik, Medizin, Psychologie, Medizinethik, Rechtswissenschaft und Kulturanthropologie in einzelnen Foren spezifische Aspekte des Themas wie Perspektiven von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen, Anthropologische Perspektiven und arbeits- und rechtswissenschaftliche Perspektiven.

Bild: Deutscher Ethikrat/Alena Buyx (v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin, Prof. Dr. Elisabeth André, Prof. Dr. Aimee van Wynsberghe, Prof. Dr. Judith Simon)

 


Podiumsdiskussion am Vitos-Klinikum in Gießen zur "Bedeutung des Nationalsozialismus für die Psychiatrie heute"

Am 24. Juni 2019 fand am Vitos-Klinikum Gießen-Marburg eine Podiumsdiskussion zu dem Thema "Bedeutung des Nationalsozialismus für die Psychiatrie heute" statt, an der auch Prof. Dr. Gerrit Hohendorf vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TUM teilnahm. Er sprach sich für mehr Kontakt und Inklusion von psychisch Kranken in der heutigen Gesellschaft aus. Die Veranstaltung bildet den Abschluss eines interessanten Begleitprogramms zur Ausstellung "Erfasst, verfolgt, vernichtet - Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus". Es berichtete ausführlich der Gießener Anzeiger.

Bild: Petra Zielinski/Gießener Anzeiger (v.l.n.r.: Prof. Volker Roelcke, Prof. Michael Franz, Prof. Gerrit Hohendorf und Andreas Jung)

 


BMBF-Klausurwoche „Professional Ethics at the End of Life. International Comparisons“

Vom 27. Mai bis 1. Juni 2019 hat unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Eva Kuhn an der BMBF-Klausurwoche „Professional Ethics at the End of Life. International Comparisons“ in Greifswald teilgenommen. Einen Überblick über die diskutierten ethischen Fragen gibt sie gemeinsam mit Anna-Henrikje Seidlein in einem Tagungsbericht. Auf Grundlage eines interprofessionellen wie interdisziplinären Austausches wurden von den Nachwuchswissenschaftler*innen eine Vielzahl an Forschungsdesiderata identifiziert. Diese fließen in einen englischsprachigen Sammelband ein, in welchem Eva Kuhn auch ihren Beitrag zu ‚Spiritual (Self-)Care of healthcare professionals‘ veröffentlichen wird.

 


Beteiligung des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an Bericht zur Bewertung von schweizerischen Krankenhäusern auf Online-Plattformen

Herr Dr. Stuart McLennan, Senior Research Fellow am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, der zugleich Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Biomedical Ethics at University of Basel (IBMB) ist, war Teil eines Expertengremiums zu sieben unterschiedlichen Vergleichsportalen von schweizerischen Krankenhäusern. In einem Fernsehbeitrag von SRF Puls liefert er neben drei weiteren Experten seine Einschätzung zu diesen Ratings (ab Minute 9:55). Informationen über Krankenhäuser transparent und vergleichbar zu machen hält er eindeutig für den richtigen Weg. Gleichzeitig warnt er davor, die Bedeutung dieser Online-Plattformen für die Auswahlentscheidungen von Patienten zu überschätzen. Mehr Gewicht hätten immer noch die Empfehlungen des sozialen Umfelds.

 


Professor Alena Buyx führte ein Gespräch mit der Bundeskanzlerin, Professor Sami Haddadin und Studierenden beim Besuch der Bundeskanzlerin in der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM)

   

Am 24. Mai 2019 besuchte Kanzlerin Dr. Angela Merkel gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder die MSRM an der Technischen Universität München (TUM). Nach einer ausführlichen Begehung der ‚Roboter-Forschungsschmiede‘ und der Demonstration verschiedener Forschungsprojekte durch den Direktor der MSRM Prof. Sami Haddadin und seine Mitarbeiter, diskutierte sie angeregt mit Studierenden. Das Gespräch führte Prof. Alena Buyx vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TUM. Die Kanzlerin antwortete ausführlich auf Fragen zur Zukunft des Wissenschaftsstandortes Deutschland, bessere Förder- und Arbeitsbedingungen für Nachwuchswissenschaftler und ethische Aspekte der praktischen Anwendung von Robotik und künstlicher Intelligenz.

 

  

Bilder: TUM/Uli Benz und JC

 


Prof. Dr. Alena Buyx hält Vortrag bei den AOK Gesundheitsfrequenzen in Niedersachsen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin

Prof. Dr. Alena Buyx war am 23. Mai 2019 bei den Gesundheitsfrequenzen der AOK Niedersachsen zu Gast. Im Sprengel Museum in Hannover hielt die Professorin für Ethik in der Medizin und Gesundheitstechnologien an der Technischen Universität München (TUM) und Mitglied des Deutschen Ethikrats einen Vortrag zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin. Sie warnt darin vor einem überhasteten und unüberlegten Vorgehen: „Wir müssen allerdings überlegen, ob wir alles, was wir können, auch können wollen.“ Gleichzeitig rät sie zum Abbau von Berührungsängsten zwischen Informatikern, Ingenieuren und Ärzten, um die Möglichkeiten der neuen Technologien sinnvoll und zum Wohl der Patienten ausschöpfen zu können.

Weiterführende Informationen finden Sie in einem Rundblick-Artikel oder in der Gesundheit + Gesellschaft (Ausgabe 6/19).

Ein Video der Veranstaltung, das auch Ausschnitte von Frau Prof. Dr. Buyx‘ Vortrag (Minuten 2:23 – 5:30) enthält finden Sie hier.

 

Bild: Tim Saarschmidt/AOK Niedersachsen

 


Neuer Artikel veröffentlicht zur ethischen Aufsicht über Aktivitäten zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Schweiz

In dem Artikel „The ethical oversight of learning health care activities in Switzerland“, erschienen im International Journal for Quality in Health Care, identifiziert Institutsmitarbeiter Dr. Stuart McLennan die Schlüsselfragen der ethischen Aufsicht über das Lernende Gesundheitssystem in der Schweiz.

Hierzu führte er zwischen Juli 2017 und Februar 2018 rund 38 Interviews mit Forschern und Praktikern, Vertretern von Clinical Trial Units, klinischen Ethikern, Qualitätsbeauftragten von Universitätskliniken und Mitgliedern der kantonalen Ethikkommissionen. Seine Ergebnisse zeigen vor allem Unsicherheiten auf, wann die Vermittlung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung einer ethischen Überprüfung durch eine Forschungsethik-Kommission bedarf. Zusätzliche Hindernisse sind legislative Unklarheiten und unzureichende Leitlinien.

Die kontinuierliche, integrierte und dynamische Natur der Vermittlung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung stellt den derzeitigen Rechtsrahmen vor erhebliche Herausforderungen. McLennan verweist auf den zukünftigen Bedarf nach mehr Klarheit und Orientierung darüber, welche Maßnahmen überhaupt einer ethischen Überprüfung bedürfen. Außerdem solle die ethische Aufsicht über Maßnahmen außerhalb des „Humanforschungsgesetz“ gestärkt werden. Das traditionelle Modell der ethischen Aufsicht hält er für die Vermittlung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für unzureichend und rät dazu, auch neue systemische Aufsichtsansätze zu betrachten.

Bild: iStock

 


Neuer Aufsatz „Policing the Environment in Premodern Imperial Cities and Towns” erschienen

Dr. Annemarie Kinzelbach, Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt „Hirnforschung an Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Kontext nationalsozialistischer Unrechtstaten“ unter der Teilprojektleitung von Prof. Dr. med. Hohendorf, hat im Mai 2019 einen Beitrag in dem Sammelband Policing the Urban Environment in Premodern Europe veröffentlicht. In ihrem Aufsatz „Policing the Environment in Premodern Imperial Cities and Towns” beschäftigt sie sich mit der Gesundheitspolitik im deutschsprachigen Raum zur Zeit des Heiligen Römischen Reichs.

 


Professorin Alena Buyx präsentiert Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zu Keimbahneingriffen bei Parlamentarischem Abend

Im Rahmen des 9. Parlamentarischen Abend präsentierte Professor Alena Buyx vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München (TUM) am 16. Mai 2019 die Stellungnahme zu Keimbahneingriffen vor dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble und weiteren Abgeordneten. gemeinsam mit dem Vorsitzenden Peter Dabrock und anderen Mitgliedern des Deutschen Ethikrates Im Anschluss an die offizielle Übergabe des Jahresberichts 2018 des Deutschen Ethikrates zu Beginn der Veranstaltung, folgte eine rege Diskussion zu den einzelnen, aktuellen Arbeitsthemen des Ethikrates. Neben den Eingriffen in die menschliche Keimbahn waren dies ethische Aspekte einer Impfpflicht, ‚wohltätiger‘ Zwang und die Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen. Zur Stellungahme ‚Keimbahn‘ geht es hier.

 

  

Bilder: Deutscher Ethikrat/Reiner Zensen

 


GESIOP-Projekt erfolgreich beendet: Das Tool für Gesunde Arbeit ist einsatzbereit

„Die Gesundheit von Mitarbeitenden ist ein hohes ethisches und soziales Gut.“, stellt Prof. Dr. Alena Buyx auf der Abschlussveranstaltung des dreieinhalbjährigen BMBF-Projektes GESIOP (Gesundheitsmanagement aus inter-organisationaler Perspektive) klar. Das Projekt unterstützt die Förderung guter Arbeitsbedingungen nicht nur durch wissenschaftliche Publikationen, sondern auch durch ein interdisziplinär entwickeltes Tool für Gesunde Arbeit. Dieses wurde auf dem Abschlusskongress vorgestellt und ermöglicht es Unternehmen, ihre gesundheitsförderlichen Aktivitäten selbst zu evaluieren. Von bislang vorhandenen Instrumenten setzt es sich dadurch ab, dass es explizit wirtschafts- und gesundheitsethische Aspekte adressiert und sich für eine geteilte Verantwortung für Beschäftigtengesundheit stark macht. Nicht nur Unternehmen, sondern auch Krankenversicherungen, NGOs, Gewerkschaften, politische Gremien und staatliche Institutionen wie Berufsgenossenschaften müssen Gesundheitsförderung auf ihre Agenda setzen. Welche Mitverantwortung Beschäftigte, Führungskräfte und auch Verbraucher*innen haben, wurde von den insgesamt sieben Projektpartnern intensiv am 16. Mai 2019 in Berlin diskutiert.

Ausführliche Informationen finden Sie hier.

Video: Andreas Kranz (kranzfilmz)/ Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. (Bundesverband)

 


Neuer Aufsatz „Grenzen der Expertise oder gemeinschaftliches Wissen? Körperwissen und politisches, rechtliches sowie soziales Handeln in der Frühen Neuzeit” erschienen

In ihrem im Mai 2019 veröffentlichten Aufsatz „Grenzen der Expertise oder gemeinschaftliches Wissen?“ beleuchtet Dr. Annemarie Kinzelbach, Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt „Hirnforschung an Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Kontext nationalsozialistischer Unrechtstaten“ unter der Teilprojektleitung von Prof. Hohendorf, die Frage, inwieweit im vormodernen Alltag von Stadt- und Landgemeinden Interaktionen, bei denen Körperwissen eine wesentliche Rolle spielte, die Grenzen ärztlicher Expertise aufzeigen.

 


GESIOP-Abschlusskongress in Berlin

Am 16. Mai 2019 fand unter dem Motto „Gesund und Fair – Gute Arbeit in der globalisierten Welt hilft Unternehmen, Beschäftigten, Kunden und Partnern“ die Abschlussveranstaltung des GESIOP-Projektes im Abion-Hotel in Berlin statt. GESIOP steht dabei für Gesundheitsmanagement aus inter-organisationaler Perspektive. Dabei handelt es sich um ein Verbundprojekt der TUM (CAU), Universität Hamburg, Baur Gruppe, HHLA und tegut. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Als Vertreterin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin und Projektmitarbeiterin nimmt Eva Kuhn an der Veranstaltung teil.

 

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 


Neuer Artikel erschienen zu der möglichen Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Kindern durch transkranielle Gleichstrom-Stimulation (tDCS)

Stimulation als zusätzliche Option zur medikamentösen Behandlung bei Kindern mit ADHS? Ist das ethisch zu verantworten? Diesen Fragen geht das gerade in der Zeitschrift Frontiers in Psychiatry veröffentlichte Paper „Unmet Needs in Children With Attention Deficit Hyperactivity Disorder“ nach. Zu den Autoren zählt neben der internationalen Forschergruppe um Anna Sierawska von der Christian-Albrechts-University Kiel auch Professor Alena Buyx von der Technischen Universität München (TUM).

In Bezug auf ADHS besteht ein großer Bedarf an zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten. Die Behandlung mit Medikamenten wird von den Patienten häufig wegen unerwünschter Effekte oder unzureichender Verbesserung der Symptome abgebrochen und die mit der Krankheit einhergehenden kognitiven Beeinträchtigungen werden mithilfe der Medikamente oft nur unzureichend erfasst. Das betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, bei denen die Krankheit am häufigsten diagnostiziert wird. Eine vielversprechende Behandlungsoption ist aufgrund ihrer relativ einfachen Anwendung, ihrer etablierten Sicherheit und den niedrigen Kosten die tDCS. Um diese Methode in den klinischen Alltag integrieren zu können fehlt es an Forschung zu ihrer Wirksamkeit und insbesondere zu ihrem Einsatz bei Kindern.

In dem neuen Artikel werden ethische Fragen im Zusammenhang mit der Forschung über tDCS und ihren möglichen therapeutischen Einsatz bei Kindern und Jugendlichen identifiziert und diskutiert. Dazu gehören die Aspekte Sicherheit, Nutzen-Risiko-Verhältnis, Information und Zustimmung, Kennzeichnungsprobleme und nichtmedizinische Verwendung. Außerdem liefern die Autoren eine Liste konkreter Handlungsempfehlungen für eine ethisch einwandfreie Forschung über tDCS bei pädiatrischer ADHS.

Bild: iStock

 


Der Deutsche Ethikrat bezieht Stellung zu möglichen Eingriffen in die menschliche Keimbahn

Am 9. Mai veröffentlichte der Deutsche Ethikrat eine ausführliche Stellungnahme zu der Möglichkeit in das Genom menschlicher Embryonen oder Keimzellen einzugreifen. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Alena Buyx von der Technischen Universität München (TUM) legte eine umfassende, ethische Analyse der technologischen Möglichkeiten vor und kam zu dem Schluss: Keimbahneingriffe sind derzeit noch zu risikoreich, aber ethisch nicht grundsätzlich auszuschließen.

Die menschliche Keimbahn hält der Ethikrat nicht prinzipiell für unantastbar. Zum jetzigen Zeitpunkt aber seien alle Eingriffe mit dem Ziel geborene Menschen zu schaffen, ethisch unverantwortlich. Er fordert deshalb ein Anwendungsmoratorium und empfiehlt Bundesregierung und Bundestag sich diesbezüglich für verbindliche internationale Vereinbarungen einzusetzen. Wissenschaftler wie der Chinese He Jiankui, der im November 2018 die Geburt, der von ihm genetisch veränderten Zwillingsmädchen verkündete, bewegten sich dann zukünftig außerhalb der akzeptierten Standards.

Die Stellungnahme wurde von Prof. Peter Dabrock (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Prof. Alena Buyx (TUM) und Prof. Andreas Lob-Hüdepohl (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin) im Rahmen der Bundespressekonferenz präsentiert. Unter anderem berichteten ARD, ZDF und FAZ.

Bild: Deutscher Ethikrat/Reiner Zensen

 


Neuer Artikel veröffentlicht zu den ethischen Implikationen der Anwendung von Künstlicher Intelligenz in Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie

Können Roboter gute Psychotherapeuten sein? Der wissenschaftliche Fachaufsatz „Your Robot Therapist will see you now“ von Dr. Amelia Fiske, Prof. Peter Henningsen und Prof. Alena Buyx befasst sich mit den ethischen und sozialen Auswirkungen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der psychischen Gesundheitsfürsorge.

Mit dem Journal of Medical Internet Research ist der Aufsatz in einer der führenden Zeitschriften für e-Health und Digitale Medizin erschienen. Neben der ausführlichen Analyse der therapeutischen Anwendung Künstlicher Intelligenz, liefern die Autoren auch konkrete Handlungsanweisungen für die Praxis. Obwohl es sich bei der psychischen Gesundheitsfürsorge um einen vielversprechenden Anwendungsbereich für Künstliche Intelligenz handele, bestehe noch ein großer Bedarf an konkreten Richtlinien für die Praxis.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Bild: iStock

 


Impfpflicht in Deutschland? Professorin Alena Buyx im Gespräch mit ARD-alpha

In einem ausführlichen Interview für die Sendung alpha-demokratie mit Mirjam Kottmann, Moderatorin von ARD-alpha, bezieht Alena Buyx von der Technischen Universität München (TUM) Stellung zu der möglichen Einführung einer Impfpflicht in Deutschland. In der Sendung vom 9. Mai 2019 (19:30-20:00 Uhr) wird der ethische Konflikt zwischen den Vorteilen einer Impfpflicht und dem Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit des Einzelnen diskutiert.

Als Mitglied des Deutschen Ethikrats und Mitglied einer Arbeitsgruppe zu Impfungen vertritt Alena Buyx eine vermittelnde Position. Sie spricht sich für ein Maßnahmenbündel aus, indem verpflichtende Elemente für bestimmte Berufs- und Bevölkerungsgruppen eingebettet werden in weichere Maßnahmen wie bessere Aufklärungskampagnen, die Einführung eines Impfregisters und Impftage in Schulen und Kindertagesstätten. Es sei vor allem wichtig, Impfhürden abzubauen und für die breite Bevölkerung einen möglichst einfachen Zugang zu Impfungen zu schaffen. Am erfolgversprechensten hält sie hierbei die Mitarbeit der niedergelassenen Ärzte, die noch regelmäßiger Impfpässe kontrollieren und an ausstehende Impfungen erinnern sollten. Insgesamt betont die Professorin für Medizinethik, dass es sich bei Impfungen um die „sichersten und am besten überprüften Medikamente“ handelt, die der Menschheit im Kampf gegen Infektionskrankheiten zur Verfügung stehen.

Das Expertengespräch wird zusätzlich am 27. Mai ab 20:15 Uhr als Teil des Themenabends „Impfen“ in ARD-alpha ausgestrahlt.

Bild: BR

 


Call for papers - Deadline: Mai 7, 2019

BMBF-Klausurwoche für NachwuchswissenschaftlerInnen: Neue ethische Herausforderungen in der datenreichen Forschungsmedizin - ein Ländervergleich von Einwilligungsformen in UK, Österreich, Deutschland
Winter School for ECRs on ethics in data-rich medicine: New ethical challenges in data-rich biomedical research - a country comparison of consent in UK, Austria and Germany

Date: October 16-20, 2019
Venue: Munich
Organisers: Prof. Dr. med. Alena Buyx, Gesine Richter MA, MBA
Institute for History and Ethics of Medicine, Technical Unversity of Munich, Ismaninger Str. 22, 81675 Munich, Germany

The number of participants is limited to 15. Conference language is English. Costs for travel and accommodation will be covered. In addition, all participants will receive a stipend (€ 300) conditional upon delivery of a manuscript suitable for publication in the planned anthology/special issue. ERCs from Germany, Austria and the UK are invited to submit an abstract in English (max 500 words) as well as a short academic CV exclusively in electronic form (PDF) by e-mail until May 7, 2019 to adina.von-malm@tum.de (re: Winter School/Klausurwoche).

For more information, please click here.

Die Anzahl der Teilnehmerplätze ist auf 15 begrenzt. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Kosten für Reise und Unterkunft werden übernommen. Darüber hinaus erhalten alle ausgewählten Teilnehmenden eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 €, sofern sie einen Beitrag für den im Anschluss veröffentlichten Sammelband einreichen.
Interessierte Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland, Österreich und Großbritannien können ein wissenschaftliches Abstract auf Englisch (max. 500 Wörter) sowie einen kurzen CV ausschließlich in elektronischer Form (PDF) per E-Mail bis 07. Mai 2019 senden an adina.von-malm@tum.de (re: Winter School/Klausurwoche).

Nähere Informationen finden Sie hier.

Bild: iStock/metamorworks

 


▼ GTE-Wahlpflichtfach im SoSe 2019

Thema: Die Darstellungen von Behinderungen im Medium von Literatur und Malerei

Dozenten:
Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt
Prof. Dr. Gerrit Hohendorf

Nähere Informationen finden Sie hier.

Buchung für Studierende der TUM über mediTUM. Anfragen einer Teilnahme als Gast an: adina.von-malm@tum.de

 


▼ Weltgesundheitsorganisation (WHO): Prof. Dr. med. Alena Buyx in Komitee der WHO zu Genome Editing aufgenommen

Wir freuen uns über die Aufnahme von Frau Prof. Dr. Alena M. Buyx in das WHO Expert Advisory Committee on Developing Global Standards for Governance and Oversight of Human Genome Editing, die auf Vorschlag des Bundesministeriums für Gesundheit erfolgte.

Das Komitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die wissenschaftlichen, ethischen, sozialen und rechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der sogenannten Genom-Editierung, den Eingriffen am menschlichen Erbgut, untersuchen.

Das Ziel ist zu beraten und geeignete Steuerungsinstrumente für Genome Editing zu empfehlen.

Bild: © Klaus Ranger

 


▼ Gedenken an die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde am 18. und 21. Januar 2019 in München und Haar (bei München).

Am 18. Januar 1940 fand der erste Transport von Patienten in eine Tötungsanstalt im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktion T4 statt: 25 Männer aus der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar wurden nach Grafeneck auf der schwäbischen Alb deportiert. Aus diesem Grunde erinnern am 18. Januar 2019 verschiedene Gruppen und Initiativen in München, unter anderem die „Arbeitsgruppe Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus in München“, das kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost, das NS-Dokumentationszentrum München, die Gedenkinitiative „Euthanasie“-Opfer in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TUM an die mindestens 2026 Münchner Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde. Die Namen der ermordeten Menschen werden in einer Kunstinstallation am NS-Dokumentationszentrum München und am kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost projiziert, es werden drei Erinnerungszeichen für „Euthanasie“-Opfer enthüllt und am Abend findet eine Vortrags- und Gedenkveranstaltung im kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost statt.  
 
Weitere Informationen finden Sie hier.
 
 
 
 

 

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