Nachruf Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. Juliane C. Wilmanns

Frau Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. Juliane C. Wilmanns hat das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München mit ihrer unvergleichlichen Persönlichkeit, Energie und vor allem mit ihrem außerordentlichen Einsatz für die Ausbildung und die Belange der Medizinstudierenden am Klinikum Rechts der Isar geprägt. Sie wusste ihre Studentinnen und Studenten für das Fach Geschichte der Medizin zu begeistern und ihnen zugleich auch die Medizinische Ethik als relativ neues Ausbildungsfach nahe zu bringen. Dabei war ihr die enge Verknüpfung von Geschichte und Ethik als geisteswissenschaftliche Fächer in der Medizin ein besonderes Anliegen.

Ihre Exkursionen zu den Stätten der antiken Medizin in Italien, Griechenland und der Türkei sind für viele Studierende zu einer bleibenden Erinnerung geworden. Ebenfalls mit großem Einsatz hat sie eine Vielzahl von medizinischen Dissertationen betreut, die das sehr breite Spektrum ihres wissenschaftlichen Interesses im Bereich der Geschichte und der Ethik der Medizin belegen.

Juliane C. Wilmanns stammt aus einer angesehenen Gelehrtenfamilie. Ihr Vater war Professor für Agrarwissenschaft, ihre Mutter Ärztin. Nach dem Studium der Geschichte, der Klassischen Philologie und der Romanistik promovierte sie im Fach Alte Geschichte und war seit 1980 als Akademische Rätin und Professorin am Institut für Geschichte der Medizin der Ludwigs-Maximilians-Universität München tätig. Sie habilitierte sich 1986 über das Militärsanitätswesen der römischen Kaiserzeit, eine Studie, die ihr - 1995 unter dem Titel „Der Sanitätsdienst im Römischen Reich“ in erweiterter Form publiziert - große Anerkennung in der Medizingeschichte verschaffte. 1997 wechselte sie als Professorin für Geschichte der Medizin an die Technische Universität München. Neben einer Vielzahl von medizinhistorischen Publikationen hat sich ihr gemeinsam mit Dr. Günther Schmitt verfasstes und sehr anschauliches Lehrbuch der Medizinischen Terminologie „Die Medizin und ihre Sprache“ durchgesetzt. Seit 1997 war sie Gründungsmitglied und zeitweise geschäftsführender Vorstand des Münchner Zentrums für Wissenschafts- und Technikgeschichte.

Mit großem Engagement hat sich als 1. Vorsitzende um den Alumni-Club der Fakultät für Medizin verdient gemacht, sie organisierte die stets gelungenen Abschlussfeiern für die Absolventen. Als Mitglied der Studien- und Prüfungskommission sowie des Beirats des Studentenwerkes München engagierte sie sich insbesondere für die Lehre und die Studierenden.

Ihr tragischer Tod  hinterlässt eine schmerzliche Lücke.