Erinnern heißt gedenken und informieren: Die nationalsozialistische “Euthanasie” und der historische Ort Berliner Tiergartenstraße 4 – Ein Erkenntnistransferprojekt


Erinnern heißt gedenken und informieren: Die nationalsozialistische "Euthanasie" und der historische Ort Berliner Tiergartenstraße 4 - Ein Erkenntnistransferprojekt

1. Phase: DFG Projekt HO 2208/5-1

Laufzeit: 02/2013 – 05/2016

2. Phase: DFG Projekt HO 2208/5-2

Laufzeit: abgeschlossen 2016

Webpräsenz "Gedenk- und Informationsort Tiergartenstraße 4":   www.t4-denkmal.de


Antragsteller/innen:

Prof. Dr. Gerrit Hohendorf (Technische Universität München)
PD Dr. Maike Rotzoll (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)

Mitglied der Arbeitsgruppe:

Dr. Petra Fuchs (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Kooperationspartner:

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Georgenstr. 23
10117 Berlin
www.stiftung-denkmal.de

Bearbeiter/innen: 

Dr. Christof Beyer
Dr. Annette Hinz-Wessels
Dipl.-Päd. Hedwig Thelen
Dr. Jens Thiel


Der Deutsche Bundestag hat im November 2011 beschlossen, die Gedenkplatte an der Berliner Tiergartenstraße 4 für die Opfer der NS-Euthanasie “aufzuwerten” und am historischen Ort der Planung und Organisation der “Aktion T4” über die nationalsozialistischen Krankenmorde, Zwangssterilisationen und andere damit zusammenhängende Verbrechen zu informieren. Dabei sollen bis heute bestehende Defizite in der Aufarbeitung der Thematik, insbesondere in der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Opfer, aufgegriffen werden. Für die künstlerische Gestaltung des Gedenkortes hat das Land Berlin einen Wettbewerb ausgelobt, der Ende 2012 abgeschlossen wurde. Im Rahmen der Realisierung des ausgewählten Gestaltungsentwurfs wird das Erkenntnistransfer-Projekt die in dem DFG-Projekt “Wissenschaftliche Erschließung und Auswertung des Krankenaktenbestandes der nationalsozialistischen ‘Euthanasie’-Aktion ‘T4’” gewonnenen und in der Forschung breit rezipierten Ergebnisse – insbesondere über die ermordeten Psychiatriepatienten – im öffentlichen Raum sichtbar machen und einem breiten Publikum nahe bringen. Die Zusammenstellung und Aufarbeitung der historischen Information für eine weitgehend barrierefreie Präsentation am historischen Ort, in einem Katalog und im Internet erfolgt auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die mit der inhaltlichen Umsetzung des Bundestagsbeschlusses beauftragt ist. Das Erkenntnistransfer-Projekt bietet mit seiner Aufgabenstellung die Gewähr für eine wissenschaftlich fundierte Darstellung von NS-Euthanasie und Zwangssterilisation. Es trägt durch seine inhaltliche Ausrichtung dazu bei, die Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen stärker in der öffentlichen Erinnerungskultur zu verankern.